Fast 160 Millionen Euro DSGVO-Bußgelder im Jahr 2020

Fast 160 Millionen Euro DSGVO-Bußgelder im Jahr 2020

 

Im Jahr 2020 stiegen die Geldbußen wegen Nichteinhaltung der Allgemeinen Datenschutzverordnung (DSGVO) um 40%. Die Aufsichtsbehörden planen eine strengere Anwendung der Vorschriften.

Nach zweieinhalb Jahren seit Inkrafttreten der DSGVO legen die Regulierungsbehörden größeren Wert auf die Einhaltung der Vorschriften. Dies hat dazu geführt, dass nach einem kürzlich veröffentlichten Bericht der Anwaltskanzlei DLA Piper im Jahr 2020 die gegen Unternehmen verhängten Geldbußen wegen Nichteinhaltung der Datenschutzbestimmungen gestiegen sind.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr Bußgelder im Zusammenhang mit der DSGVO in Höhe von 193,4 Millionen Dollar, fast 160 Millionen Euro, verhängt, was einer Steigerung von 40% gegenüber den letzten 20 Monaten seit Inkrafttreten der DSGVO entspricht neue Regelung. Die gesamten Bußgelder, die seit Beginn der Anwendung des RGPD gemeldet wurden, belaufen sich auf 332 Millionen Dollar, rund 273 Millionen Euro.

Im letzten Jahr wurden durchschnittlich 331 Datenverletzungen täglich gemeldet

Darüber hinaus wird in dem Bericht hervorgehoben, dass auch die Anzahl der Meldungen zu Datenschutzverletzungen gestiegen ist. In den letzten 12 Monaten wurden täglich durchschnittlich 331 Datenschutzverletzungen gemeldet. Eine Zahl, die im Vergleich zu den 278 täglichen Meldungen des Vorjahres zu berücksichtigen ist. Insgesamt gab es seit Inkrafttreten der DSGVO im Mai 2018 mehr als 281.000 Meldungen über Datenschutzverletzungen.

Eine strengere regulatorische Zukunft

Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt dieses Berichts ist, dass die Realität sehr unterschiedlich ist, obwohl die Verordnung für alle Beitrittsländer gleichermaßen gelten soll. Ausgestattet mit unterschiedlichen personellen, finanziellen und technischen Ressourcen verfolgen verschiedene Länder unterschiedliche Ansätze zur Durchsetzung von Datenschutzgesetzen.

Während Deutschland seit Inkrafttreten der DSGVO für 77.747 Meldungen über Verstöße verantwortlich ist, hat Italien im gleichen Zeitraum nur 3.460 Meldungen registriert, eine Statistik, die auch mit kulturellen Unterschieden in Verbindung gebracht werden kann. Experten zufolge liegt dies daran, dass die Verordnung in jedem Land unterschiedlich ausgelegt wird.

Die bislang mit Inkrafttreten der DSGVO verhängte Geldbuße wurde 2019 von der französischen Regulierungsbehörde CNIL mit einer Geldbuße von 50 Millionen Euro gegen Google wegen Verstoßes gegen Transparenzregeln verhängt.

Die Regulierungsbehörden könnten untersuchen, wie die DSGVO auf strengere Weise durchgesetzt werden kann

Laut dem DLA Piper-Bericht bestehen bei der Auslegung der Verordnung immer noch viele rechtliche Unsicherheiten, was teilweise die Verhängung dieser Anzahl von Geldbußen erklärt. Angesichts der Vielzahl von Rechtsbehelfen gegen diese Geldbußen prüfen die Regulierungsbehörden möglicherweise, wie die Gesetze in Übereinstimmung mit der DSGVO strenger durchgesetzt werden können.

Zusätzlich zu den Geldbußen verfügen die EU-Regulierungsbehörden über eine Reihe von Strafmaßnahmen, mit denen sie sicherstellen können, dass Unternehmen ihre schlechten Gewohnheiten bei der Datenverarbeitung ändern. Zum Beispiel die Möglichkeit, Datenübertragungen auszusetzen, wenn sie als illegal gelten.

Angesichts der sich noch entwickelnden Rechtslandschaft in Bezug auf die DSGVO ergibt sich ein weiterer Grund für Unternehmen, vorsichtig zu bleiben, wenn neue und strengere Regeln entstehen. Vorsicht ist eine Maxime, die Unternehmen, die Daten verwalten, die die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften erfordern, berücksichtigen sollten.

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